Musik gegen Windmühlen - aus Chemnitz

Texte

Doch morgen (2018)

Doch morgen

Text: Klaus-Peter Schwarz

 

das Bett ist eng und hinter mir
ist an der weißen Wand
ein fetter Fleck, dort lehnen wir
die schweren Köpfe an
die sind jetzt, nach der Phrasenzeit
mit Börsenkursen voll
und wenn die Welt noch zu uns schreit
mit teurem Alkohol.
hier trösten wir uns mit dem Spiel
du Mann und ich die Frau...

doch morgen, doch morgen
doch morgen stehn wir auf!

das Glas ist fleckig und das Bier
darin ist warm und schal
das hat sie uns nun eingebracht
die freie dritte Wahl.
die Scheißjobs sind wir endlich los
die guten nicht in Sicht
das Blitzen auf der Autobahn
ist ziemlich wenig Licht.
was Leben uns und Wohlstand schien
war nur ein Billigkauf...

doch morgen, doch morgen
doch morgen stehn wir auf!

das ist das ewig gleiche Lied
vom braven kleinen Mann
der immer es auf andre schiebt
wenn er nicht wachsen kann
ist Kinderlied und Marschmusik
ist Schlager und Gebet
das uns im ersten Lesebuch
und auf dem Grabstein steht.
die Bonzen bauten ihre Macht
zu allen Zeiten drauf...

doch morgen, doch morgen
doch morgen stehn wir auf!

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