Musik gegen Windmühlen - aus Chemnitz

Texte

Fluß unterm Eis (2004)

TRÄUME

Du träumst, daß ich gestorben wär.
Ich träum, ich müßte leben
und könnte nichts und niemand mehr
vergessen und vergeben.

Zwei bunte Kiesel schluckt der Fluß
und löscht ihr Wellenzeichen.
Den Grund, auf dem ich wandern muß,
will ich mit dir erreichen.

Die Träume taumeln auf uns zu
wie ausgesetzte Seelen,
wie lange fortgeworfne Schuh,
die an den Füßen fehlen.

Umstellt von Fremden breit ich aus
die Arme: meine Schwingen
und fliegend über unser Haus
hör ich dich darin singen.

Die Träume taumeln auf uns zu…

Du träumst, daß nichts dir wehtun kann
an deines Vaters Seite.
Ich weiß, wohin ich Abraham
in dieser Nacht begleite.

Du träumst, daß ich gestorben wär.
Ich träum, ich müßte leben
und könnte nichts und niemand mehr
vergessen und vergeben.

Die Träume taumeln auf uns zu…

 

Text: Henry-Martin Klemt

Komposition: Ludwig Streng

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